Erklärungen
Trainer lieben es Zusammenhänge zu erklären, zumindest bei mir war dies der Fall.
Drehmoment:
Sie haben einen jungen Kursteilnehmer und zeigen ihm den Umgang mit dem Drehmomentschlüssel. Dabei sagen Sie so ganz locker: " Pass auf, wenn du zu fest anziehst, dann wird die Schraube wieder lose, weil, nach fest kommt lose, das ist eine alte Mechanikerweisheit".
Der Kursteilnehmer ist zwar Mechaniker aber noch auf dem Weg der Weisheit und fragt darum nach: "Aber wieso denn das, das ist doch unlogisch"?
Als "fragengestählter" Trainer, der geistige Herausforderungen liebt, zeichnen sie kurzerhand das Spannungs-Dehnungsdiagramm von Stahl auf und erklären es. Dann gibt es noch eine kurze Einführung in die Gitterstruktur von Eisen und der Einlagerung von Fremdatomen und dann noch ein Gesetz aus der Physik obendrauf und gut ist es. Zumindest wenn der Kursteilnehmer bis hierhin folgen konnte. Übertreibt man es mit einer Erklärung, macht man unter Umständen ein Fass ohne Boden auf. Lässt man aber grundlegendes weg, dann wird er es nicht verstehen können. Er wird es aber zumindest auswendig wissen falls er mal gefragt wird und er wird immer ordentlich nachfragen, welche Schrauben er mit Drehmoment anziehen muss. Wirklich verstanden hat er es aber nicht; das bedeutet, dass er es auch nicht selbstbestimmt anwenden kann.
Immerhin weiß er aber, wenn er zu fest anzieht, dann kommt ein kurzer loser Moment und dann reißt die Schraube ab. Damit kann er schon mal arbeiten. Wenn er damit zufrieden ist, dann reicht das fürs Erste.
Denken Sie daran: Damit der Kursteilnehmer ordentlich arbeiten kann, muss er einen logischen Gedankenfluss folgen. Sobald er ins Zweifeln kommt oder etwas nicht weiß, wird er langsamer oder macht Fehler.
Das muss man als Trainer wissen, und sehen.
